Quotienten-Pyrometer

Quotientenpyrometer (oder auch Verhältnis- Zweifarben- oder 2-Kanal-Pyrometer) messen im Gegensatz zu Teilstrahlungspyrometern (oder auch 1-Kanal-Pyrometern) in zwei Spektralbereichen gleichzeitig und ermitteln die Temperatur durch Bilden des Strahlungsverhältnisses (Quotientenbildung). Bei diesem Verfahren ist es nicht notwendig, den Emissionsgrad des Messmaterials zu kennen. Er kürzt sich heraus, weil das Strahlungsverhältnis bei einer neutralen Schwächung der Infrarotstrahlung (durch Staub, Rauch…) immer konstant bleibt. Quotientenpyrometer sind in den Serien Metis M3 und H3 in zahlreichen Ausstattungsvarianten verfügbar:


Kurzwellige Messungen an Metallen, Keramiken, Verbundwerkstoffen, Halbleitern, Wafern, Glasschmelze…

Das zu messende Material bestimmt weitestgehend, welcher Pyrometer-Spektralbereich ausgewählt werden sollte oder muss. Bei Metallmessungen ist dabei ein möglichst kurzwelliger Spektralbereich für eine genaue Messung von Vorteil. Der kurzwelligere Spektralbereich fängt aber erst bei etwas höheren Temperaturen an, so dass gegebenenfalls ein Modell mit dem langwelligeren Spektralbereich gewählt werden muss.


Spektralbereich 0,75 - 1,1 µm
Modell Spektral-
bereich λ
Messbereiche Einstellzeit Dist.verh. /
kleinstes
Messfeld Ø
Optik Visier-
einrich-
tungen
Download pdfMetis M3110,75 – 1,1 µm600–1400°C
650–1500°C
750–1800°C
900–2500°C
1000–3000°C
1100–3300°C
< 1 ms377:1 / 0,8 mmFok, MFok, LFokLP, Dbv, K
Download pdfMetis H3110,75 – 1,1 µm600–1100°C
650–1300°C
750–1400°C
900–1800°C
1000–2000°C
1100–2200°C
1300–2500°C
< 80 µs280:1 / 0,5 mmFok, LFokLP, Dbv, K
F: Festoptiken, Fok: Foussierbare integrierte Optik, LFok: Fokussierbare Lichtleiteroptik,
MFok: Motorfokus-Objektiv, LP: Laserpilotlicht, Dbv: Durchblickvisier K: Kameramodul
Spektralbereich 1,45 - 1,8 µm
Modell Spektral-
bereich λ
Messbereiche Einstellzeit Dist.verh. /
kleinstes
Messfeld Ø
Optik Visier-
einrich-
tungen
Download pdfMetis M3221,45 - 1,8 µm300–1000°C
350–1300°C
500–1800°C
800–3000°C
1000–3300°C
< 1 ms377:1 / 0,8 mmFok, MFok, LFokLP, Dbv, K
Download pdfMetis H3221,45 – 1,8 µm350–800°C
550–1400°C
700–2300°C
1000–2500°C
< 80 µs280:1 / 0,5 mmFok, LFokLP, Dbv, K
F: Festoptiken, Fok: Foussierbare integrierte Optik, LFok: Fokussierbare Lichtleiteroptik,
MFok: Motorfokus-Objektiv, LP: Laserpilotlicht, Dbv: Durchblickvisier K: Kameramodul

Einsatzbereich / Vorteile

  • Verschmutzende Sichtscheiben oder Staub und Rauch lassen die Messung weitestgehend unbeeinflusst.
  • Es können Messobjekte gemessen werden, die kleiner als das Pyrometer-Messfeld sind.
  • Die kurzen Pyrometer-Wellenlängenbereiche eignen sich hervorragend zur Metallmessung.
  • Modellvarianten mit Lichtleiter können am Optikkopf in Umgebungstemperaturen bis zu 250°C ohne zusätzliche Kühlung eingesetzt werden.

Besonderheiten

  • Sehr schnelle Messwerterfassung:
    Standardausführung mit unter 1 ms Einstellzeit,
    High-Speed-Ausführung liefert das Messergebnis (die Einstellzeit) je nach Modell mit 40 bzw. 80 µs an die Ausgänge.
  • Umschaltbar in den 1-Kanal-Modus zur Verwendung als normales Teilstrahlungspyrometer.
  • Software mit Darstellung der Messtemperaturen beider Kanäle ermöglicht es zu erkennen, ob die Messung für das Messobjekt wellenlängenabhängig ist und durchgeführt werden kann, die Einstellung des Emissionsgradverhältnisses notwendig ist oder eine Messung nicht möglich ist.
  • Eine Überwachungsfunktion ermöglicht den Verschmutzungsgrad der Optik oder eines Sichtfensters zu erkennen bzw. Störungen (Staub…) im Strahlengang zu detektieren und bei Bedarf Alarm auszulösen.
  • Die Abschaltschwelle definiert einen Signalpegel, bei dem die Temperaturmessung abgeschaltet wird, weil keine sinnvolle Quotientenbildung mehr erfolgen kann (z.B. falls die Verschmutzung im Pyrometer-Sichtfeld zu stark ist).
    Praxistipp: Die Abschaltschwelle sollte bei 10% liegen)

Zu beachten ist bei Quotientenpyrometern

  • Messobjekte, deren Emissionsgrad auf beiden Wellenlängen gleich ist, können ohne Emissiongradverhältniseinstellung gemessen werden.
  • Emissionsgradveränderungen müssen sich auf beiden Kanälen (Wellenlängen) gleich auswirken.
  • Bei Messobjekten, deren Emissionsgrad auf den beiden Wellenlängen unterschiedlich ist (z.B. blanke, nicht oxydierte Metalloberflächen) muss für eine genaue Temperaturmessung das Emissiongradverhältnis eingestellt werden.

 


pdf-Download Pyrometer-Produktübersicht:Produktübersicht Pyrometer, Zubehör, Software Geräteausführungen, innere Werte, Auswahlkriterien für das richtige Sensortherm-Pyrometer, Modell-Übersicht, Übersicht über die verfügbaren Spektralbereiche, Ausstattungsmerkmale, Zubehör, Software-Unterstützung, Qualitätskontrolle und Serviceangebot.

 


Gerne stehen wir Ihnen für Ihre Fragen zur Verfügung, lassen Sie sich beraten